Personalmarketing-Kern

Wer bin ich eigentlich?
Um ein Bild nach außern zu transportieren, muss ich zunächst mal selbst wissen, wer ich bin, wie andere mich sehen, was ich weiß und was andere wissen. Dieser Beitrag gibt mittels JoHaRi-Fenster eine Möglichkeit für Unternehmen zur Selbstreflexion.
JoHaRi Fenster zur Selbstreflexion für Unternehmen
JoHaRi Fenster (in Anlehnung an Luft und Ingham, 1955)
Ein Klassiker zur Erklärung von Gruppendynamik ist das JoHaRi Fenster. 1955 präsentierten Joseph Luft und Harry Ingham dieses Modell zur zwischenmenschlichen Wahrnehmung und seither ist es in Teamworkshops und Persönlichkeitstrainings ein gern genutztes Tool für Selbstreflexion – so gern genutzt, dass es dem ein oder anderen Personaler vermutlich zu den Ohren rauskommt.
 
Doch warum wird es so gern verwendet – es ist so einfach wie genial. Jedem ist es (fast) auf Anhieb klar und es ist auf jede Gruppe und auf jede Person darin anwendbar. So alt dieser Hut auch sein mag, er ist deswegen nicht weniger richtig.
 
 
Doch wie sieht es Selbstreflexion in Bezug auf Unternehmen aus? Gerade bei schlechter Bewerberlage sollte, ja muss ein Unternehmen zum Überleben sich einmal mit sich selbst beschäftigen. Wenn ein Team mit Konflikten kämpft, greifen wir viel eher zu einem Trainer, Mediator oder Coach, der uns hilft, zu hinterfragen und in die Kommunikation zu verbessern. Und wenn der Bewerber nicht zu mir kommen möchte, dann mache ich den Fachkräftemangel verantwortlich, statt auch nur einen Blick auf mein Unternehmen und meine Kommunikation zu werfen? – Sehr komisch.
 
 
Was hat das jetzt mit dem eingangs erwähnte JoHaRi Fenster zu tun?
 
 
Bei kleinen Unternehmen sind Geschäftsführer und häufig auch die Mitarbeiter sehr tief mit dem Unternehmen verbunden. Klar, sie halten es auch tagtäglich am Laufen. Ich sehe also das Unternehmen als „Mir“ oder „Uns“ im JoHaRi Fenster. Die „anderen“ sind in dieser Darstellung alle möglichen und unmöglichen Personen außerhalb des Unternehmens, die man gerne als Bewerber (oder auch Kunden) gewinnen will.
 
 
Fangen wir also wie so üblich oben links bei dem öffentlich Sichtbaren an. Das ist im Prinzip alles, was ein Unternehmen nach außen zeigt. Alles! Die Website, der Messeauftritt, die Werbung online und offline, der Firmenwagen mit Logo, die Mitarbeiter, die mit ihren Freunden sprechen und wenn man es speziell auf den Arbeitgeberauftritt bezieht die Karrierewebsite, die Karrieremesse, die Stellenanzeige, usw. Es handelt sich einerseits um kontrollierbare Kommunikationsmaßnahmen und auch um die nicht kontrollierbare Kommunikation, die man eben nie vermeiden kann. Denn alles ist Kommunikation.
 
 
Und Kommunikation ist alles.
 
 
Denn in viel zu vielen Fällen gibt es Geheimnisse, die ein Unternehmen nicht nach außen trägt. Manche Firmeninterna hält man vielleicht gern versteckt. Manch andere total unbeabsichtigt. Doch woher soll denn nur ein Mensch außerhalb der Firma wissen, dass diese neue Mitarbeiter sucht, wenn es mit absolut keiner Silbe auf der Website zu lesen ist? Hier steckt also extrem viel Potenzial. Dabei ist es besonders wichtig als Geschäftsleitung das gesamte Wissen des Unternehmens anzusehen. Es geht nicht darum, alles von sich preiszugeben. Aber die interessanten Dinge schon. Bei uns wird flexibel gearbeitet – sowohl örtlich als auch zeitlich. Oder auch: Wir gehen gerne gemeinsam Mittag essen oder wir haben eine Küche und jeder kann sein Essen warm machen und freitags kocht der Chef Gemüsebolognese und bringt Bier mit… oder Apfelschorle. Das mag den Mitarbeitern alles normal vorkommen oder auch unwichtig, aber alle, die es nicht wissen, sehen es als Geheimnis und können es auch nicht toll finden – und bewerben sich auch nicht.
 
 
Der blinde Fleck hingegen ist Unternehmen, Mitarbeitern und auch Geschäftsführern unbekannt. Was könnte das sein? Sie wissen doch absolut alles über ihr Unternehmen. Nun ja, wirklich alles? Kennen Sie auch die Gefühle von Bewerbern die keine Absage bekommen? Wissen Sie wirklich, wie jemand Ihre Website findet? Wann haben Sie das letzte Mal versucht, sich bei sich selbst zu bewerben oder auch nur Ihre eigenen Stellenanzeigen gesucht. Der blinde Fleck muss allerdings nicht blind bleiben. In Deutschland geben sich kununu und Glassdoor alle Mühe, den Unternehmen das Feedback Ihrer Bewerber sichtbar zu machen. (Und auch das der Mitarbeiter – denn nicht alle Geheimnisse sind allen im Unternehmen bekannt.) Fragen Sie also ruhig auch Ihre Bewerber direkt nach Feedback. Dann müssen Sie es nicht erst später in aller Öffentlichkeit im Internet lesen.
 
 
Das Unbekannte in Unternehmen ist allen unbekannt. Ich sehe dahinter zukünftige Potenziale, die sich bei einer Selbstreflexion oder auch bei Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsfelder entwickeln können. Wie man dort herankommt, fragen Sie bitte Ihren Berater oder Design Thinking Coach 😊
 
 

Mit diesem Ansatz der Selbstreflexion für Unternehmen können Geschäftsführer und Personaler arbeiten, Erkenntnisse gewinnen und Lösungsansätze kreieren, um ihre Prozesse zu überdenken und damit neue Bewerber anzulocken. Dabei geht es nicht um mehr Bewerber. Es geht um offene und authentische Kommunikation an die Außenwelt, um damit die richtigen Bewerber auf sich aufmerksam zu machen. Deshalb sollen Sie ja auch Ihre Mitarbeiter fragen. Bitte! Fragen Sie sie! Die erste Frage wäre: Warum arbeitest du hier? Oder noch besser: Warum arbeitest du GERNE hier?

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