Personalmarketing
Madeleine Kern

Transparenz im Bewerbungsprozess – Lass deine Kandidaten nicht im Nebel stehen

3. Januar 2021

Ein Arbeitsplatz steht für Sicherheit: sicheren Geldeingang, tägliche Anlaufstelle, immer die gleichen Kollegen und und und...

Wenn du als Arbeitgeber zeigen möchte, dass du jemand bist, der Sicherheit bietet, dann zeige das von Anfang an. Denn schon mit einem transparenten Bewerbungsprozess kannst du deinen Kandidaten, die Sicherheit bieten, die sie sich von dir als Arbeitgeber wünschen.

Warum braucht es Transparenz im Bewerbungsprozess?

Es gibt Menschen die mögen Formate wie „Dinner in the Dark“, gehen ins Djungelcamp und lieben Überraschungen. Im Gegensatz dazu haben viele andere Menschen ein großes Sicherheitsbedürfnis. Ahnungslosigkeit und Planlosigkeit bereitet ihnen ein mulmiges Gefühl und lässt manche sogar schlecht schlafen. Sie wollen wissen, was in naher Zukunft passiert. So zum Beispiel, wenn ich voller Hoffnung auf einen neuen Job meine vollständige Bewerbungsmappe mit allen Informationen über mich und mein Berufsleben abschicke.

 
Und dann?

Dann passiert häufig nichts.

Gar nichts.

Und dann kommt, wenn ich Glück habe, eine Absage nach 3 Monaten.

Daher mein Appell an dich: Lass deine Kandidaten bitte nicht im Nebel stehen!

Es ist doch auch für dich gut, wenn sich die Kandidaten auf dich und dein Unternehmen freuen und dafür hilft es schon, ihnen zu zeigen, wo sie stehen und was noch auf sie zukommt.

 

Transparenz schafft Augenhöhe und erhöht den Respekt

In einem Bewerbungsprozess entsteht immer eine gewisse Diskrepanz in der vorhandenen Information. Du als Unternehmer oder Personaler weißt mehr als der Kandidat über das Unternehmen selbst, über die Stelle, wann diese besetzt sein soll, welche Anforderungen es gibt, wie viele Kandidaten noch im Prozess sind und und und. Aber selbst wenn noch 5 weitere Kandidaten in der Pipeline sind, dann sag doch einfach „Wir führen noch weitere Gespräche und können uns erst in 2 Wochen entscheiden.“ Das ist für jeden verständlich und vor allem transparent kommuniziert. Auf der anderen Seite möchtest du schließlich auch wissen, wann die Kandidatin starten kann und wie viel Kündigungsfrist sie hat, ob der Bewerber noch umziehen muss und was genau eigentlich in dieser Lücke im Lebenslauf passiert ist 😉 Das sind alles extrem private Fragen und dann schaffst du es nicht einmal zu sagen, wann mit einer Rückmeldung zu rechnen ist?

 

Wie schaffe ich Transparenz im Bewerbungsprozess?

Eine gewisse Transparenz im Bewerbungsprozess zu schaffen ist eigentlich sehr einfach. Der Prozess läuft schließlich in den allermeisten Fällen gleich ab. Daher ist es durchaus möglich ein kleines Diagramm auf der Karrierewebsite zu integrieren und den Bewerbern schon hier die Schritte bis zum Traumjob aufzuzeigen. Damit sparst du dir auch die ständigen Nachfragen der Bewerber, denn dieser braucht sich nur zu melden, wenn er merkt, dass irgendetwas schiefgelaufen ist.

 

Hier ein Beispiel:

Bewerbungseingang – Eingangsbestätigung per Mail (innerhalb 24 Stunden)
Einladung zum Erstgespräch oder Absage (innerhalb 2 Wochen)
Einladung zum Zweitgespräch oder Absage mit Feedback (innerhalb von 3 Wochen)
Vertragszusendung und erste Onboarding-Unterlagen (innerhalb 1 Woche)

 

Hierbei gilt, je kürzer die Zeitspannen, desto besser 😊 Aber du musst diese dann auch einhalten. Und da sind wir schon beim nächsten Problem angelangt. Es geht hierbei nicht darum, einfach irgendetwas auf die Website zu schreiben. Es geht darum, dass du dir klar wirst, wie lange dein Prozess dauert und wie lange er nur dauern darf. Denn du kannst kein Vertrauen zu deinen Bewerbern aufbauen, wenn du dich nicht an deinen eigenen Prozess hältst.

Wenn dir das auf deiner Website zu präsent ist, dann ist es ebenso eine schöne Geste, wenn die nächsten Schritte in der Empfangsbestätigung der Bewerbung stehen. Diese kann ich nur dringend empfehlen, insbesondere, wenn du ein Bewerbungsformular nutzt. Aber auch eine automatisierte E-Mail aus der Mailbox der Bewerbungs-Empfangs-Mail-Adresse ist sinnvoll. Es erspart dir viele Anrufe und den Bewerbern erspart es das brennende Gefühl der Unsicherheit. Denn nach meiner Erfahrung wollen die Bewerber natürlich wissen, ob alles angekommen ist. 

Am Ende des Bewerbungsgesprächs solltest du ebenso auf die nächsten Schritte hinweisen. Nach dem Interview fällt es Kandidaten schwer, nachzufragen, was denn daraus geworden ist, denn dann könnte ja auch eine Absage eine Antwort sein.

 

Warum ist auch eine Absage so wichtig?

Mal ehrlich: Wer von uns steht denn gern im Nebel? Wer von uns liebt Unsicherheit? 

Wer mit seiner Bewerbung auf dem virtuellen Absagen-Stapel gelandet ist, der möchte das auch wissen. Für dich ist das übrigens auch eine Möglichkeit, in gutem Licht dazustehen. Eine freundliche Absage bleibt besser in Erinnerung, als das Unternehmen, das sich nie wieder gemeldet hat. Eine Absage nach einem Bewerbungsgespräch sollte übrigens telefonisch und mit einem entsprechenden Feedback stattfinden. Lass deine Kandidaten wissen, warum sie nicht ins Team oder zur Aufgabe passen und gib gerne ein paar Tipps für das nächste Gespräch. Damit hinterlässt du als guter Gastgeber einen bleibenden Eindruck, denn du weißt nicht, ob dein Kandidat als nächstes bei deinem Kunden anfängt und dir in ganz anderer Position gegenübersitzt. 

 
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